Wednesday, 5. january 2011 3 05 /01 /Jan. /2011 22:45

Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Mädchen gerne zusammen zur Toilette gehen. Dachte ich früher immer, das läge daran, dass sich die Mädels bei der Gelegenheit über frauentypische Themen, die nicht für Männerohren bestimmt sind, einmal ungestört unterhalten, bin ich mittlerweile zur Überzeugung gelangt, dass es sich um eine geschlechtstypische Unart handeln muss.

Mädchen gehen zusammen aufs Klo, eben weil sie Mädchen sind!

Und Mädchen können nicht alleine pinkeln, so scheint es. Und wer das nicht glauben möchte, dem liefere ich einen Beweis, der nicht zu widerlegen ist: Denn nicht nur Menschenmädchen gehen zusammen aufs Klo, nein, auch meine Katzenmädchen tun das.

Ich beobachtete dies bereits mit großem Amusement als meine Katzenmädchen noch kleine Kätzchen waren. Immer stiegen sie zusammen in ihr Klo und machten nebeneinander ihr Geschäftchen. Dann hörte es irgendwann auf. Ich dachte, es handelte sich vielleicht um eine katzenkindliche Angelegenheit, die sich mit dem adulten Stadium erübrigte.

Nun weiß ich es besser: Die beiden waren einfach ausgewachsen und passten nicht mehr zusammen in ihr Katzenklo. So einfach.

Ich habe meinen Kleinen nämlich ein neues, riesiges Jumbo-Katzenklo geschenkt und das alte weggeräumt. Und was machten sie heute Morgen direkt? Richtig: Sie gingen sofort wieder gemeinsam aufs Klo. Zuerst saß Abraxa drin und verrichtete ihr Geschäft, dann krabbelte Dickie dazu und hockte sich zum Pinkeln daneben.

Da selbst Katzen es zusammen machen, scheint es wohl genetisch bedingt zu sein, dass Mädchen zusammen aufs Klo gehen. Seltsam, dann scheine ich aber kein Mädchen zu sein.... ich gehe nämlich grundsätzlich alleine aufs Klo....

 

von Sigrun Hopfensperger
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Friday, 29. october 2010 5 29 /10 /Okt. /2010 15:44

Nächste Woche ist es soweit: das diesjährige internationale Aphoristikertreffen in Hattingen beginnt wieder und läuft mit interessanten Themen über drei Tage in Hattingen.

Am Freitag, den 05.11.2010 wird es abends eine Lesung im Rahmen einer Aphorismus-Karawane an verschiedenen Hattinger Stationen geben. Den Auftakt macht um 19.15 die Lesung in der Thalia-Buchhandlung am Reschop-Carré-Platz 1, an der u.a. Gerhard Uhlenbruck, Jürgen Wilbert, Holger Uwe Seitz, Horst A. Bruder, Bruno Ziegler und ich lesen werden.

Mehr zum internationalen Aphoristiker-Treffen finden Sie hier: Aphoristiker-Treffen 2010

 

von Sigrun Hopfensperger
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Tuesday, 19. october 2010 2 19 /10 /Okt. /2010 23:31

Greta selbst war es, die mich zu diesem Blog inspirierte. Sie findet, ihre unvergleichlichen Schandtaten müssen festgehalten werden. Zunächst, wer ist Greta K.? Oh, sie ist eine charmante, junge Dame, die am liebsten im Reifrock und hohen, gepuderten Perücken wandelt.

Greta4.jpg

Sie findet alle Schuhe unter acht Zentimetern Absatz flache Laufschuhe und bewegt sich am stilsichersten ab 12 Zentimetern aufwärts.

Greta2.jpg

Nun, Greta war meine beste Freundin, bevor sie mich verließ, um in der Schweiz zu versterben. Als mein bester Freund Marco wurde "sie" wiedergeboren, aber Greta bleibt für immer in meinem Herzen begraben. R.I.P. Greta Kalaschnikova-Kratnapolska (oder wie ging dein Name nochmal?)

Deshalb will ich hier ein paar Erinnerungen festhalten.

 

Greta und die Beule

 

Früher hieß ein altes Hausmittel, wenn man sich den Kopf gestoßen hatte: kühles Messer auf die Beule drücken. Greta nimmt dazu gut gekühlte Wodkaflaschen aus dem Gefrierfach. Allerdings drückt sie das eisige Glas nicht auf die Beule, sondern kuriert sich von innen. Danach sah sie (auch nicht) besser aus, aber sämtliche Beulen dieser Welt waren ihr wurscht:

 

Greta.jpg

 

Greta bringt Wandschränke an

 

Das Bild existiert leider nicht in echt, schade. Und ich befürchte, dass keine Beschreibung dieser Welt ausreicht, um die Tatsachen nur annähernd wiederzugeben. Greta bewaffnet sich dazu - ganz der Mann - mit Bohrmaschine. Und da Papa mal gesagt hatte: "Achte auf einen sicheren Stand, min Jung" tat sie das auf ihre Art: auf 13 cm hohen Hacken. So turnt Greta also in riesen Pumps, die einem schon beim Zusehen wehtun, auf einem wackeligen Stuhl mit einem Bein herum, während das andere bepumpste Bein auf der Spüle steht, und bohrt Löcher in die Wand. Nur noch die Dübel hinterher. Und da Frauen selten gerade bohren können - so auch Greta - fällt das Loch zu groß aus und wird professionell mit Streichhölzern gestopft. Schrank aufgehängt, passt - wackelt und hat Luft. Und das auch noch bombenfest. Toll gemacht.

 

Weitere Schandtaten werden folgen....

von Sigrun Hopfensperger
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Sunday, 10. october 2010 7 10 /10 /Okt. /2010 16:05

Folge 2: Coming out?

 

Junior, Annettes süßer Kater, steht bei uns schon länger im Verdacht schwul zu sein. Nicht dass er irgendwelche sexuelle Präferenzen an den Tag legt. Er ist eigentlich kastriert, aber keineswegs asexuell. Wenn er bei mir zu Besuch ist, versucht er regelmäßig die Mädchen zu besteigen. Nur klappt das nicht so recht... und irgendwann schaut sich Dickie oder auch Abraxa mal gelangweilt um, als wollte sie sagen: "Was gibt das dahinten eigentlich? Dauert es noch lange? Ich gehe derweil fressen." Und bumms, lassen sie den armen Kerl links liegen.

Davon abgesehen, dass er nicht weiß wie es geht, kann man eigentlich aus seinem Sexualverhalten nicht auf latentes Schwulsein schließen. Aber es gibt andere Indizien. Mein Freund meinte einst zu mir (in Bezug auf Menschen): "Wenn bei einem Mann beim Reden die Hände grundsätzlich höher sind als der Kopf [Anm.: er meint damit das wilde Gestikulieren voller Theatralik, aber nicht auf die italienische Art, wo man fast nur mit den Händen redet, sondern das Gestikulieren ÜBER dem Kopf], dann isses ne "Schwester", garantiert." Wir sahen mal einen, den ich im Verdacht hatte, er können evtl. schwul sein und er meinte nur: "Na aber hallo!!!! Schau se dir doch mal an, wiese gestikuliert. Da sind die Hände höher als der Kopf, klar is' das eine...."

Und bei Junior gibt es analog dazu einige Bewegungsauffälligkeiten, die uns dazu verleitet hatten zu behaupten, in Wahrheit sei der Kater ne waschechte Tunte. Das heißt an dieser Stelle nicht, dass alle Schwulen Tunten seien, auch mache ich an dieser Stelle keine platten Schwulenwitze voller Vorurteile, im Gegenteil, meine besten Freunde sind schwul und ich kenne die Szene sehr gut. Das ist also Insider-Jargon aus unserem Bekanntenkreis: Männer, die als "sie" bezeichnet werden usw. Es sind halt liebe "Mädels", die Rede ist von Tunten, Transen, Puderquasten, wie man sie auch noch bezeichnen möchte. Und Junior gehört aller Wahrscheinlichkeit nach dazu.

Begründung: Er spreizt beim Laufen die Hinterläufe nach außen und wackelt mit dem Popo. Aber total. Er ist total weich und sensibel, obwohl er als Kater normalerweise etwas größer ist als Lucy. Gut, sie kompensiert das durch ihre Leibesfülle. Und wenn sie ihre 5 Minuten hat und raufen will, schmeißt sie ihn locker um. Dann quiekt er immer erbärmlich, statt dass er sich wehrt wie ein Mann. Beim Putzen reckt er sein Hinterpfötchen im gestrecktesten Spagat nach oben mit gespreizten (!!!!) Krallen. Das ist so, als wenn Zaza beim Teetrinken den kleinen Finger abspreizt. So einen Spagat machen meine Mädels nicht mal, wenn sie sich putzen. Na ja, vielleicht sind die ja latent lesbisch und eigentlich im tiefsten Herzen "Kerle"? 

 

Fortsetzung folgt....

von Sigrun Hopfensperger
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Saturday, 9. october 2010 6 09 /10 /Okt. /2010 07:47

The new non-daily but occasional soap

 

Die Mitwirkenden:

 

100_0453.JPGJunior, ca. 4J. alt, Gefährte von Lucy, lebt bei Annette

100 0303Lucy, ca. 4J. alt, On-Off-Gefährtin von Junior, lebt bei Annette

100_0458.jpg Abraxa, 2,5J. alt, Tochter von Lucy, lebt bei Sigrun

dickie2 Dickie, 2,5J. alt, Tochter von Lucy, lebt bei Sigrun

100 0455Garfield(ine)/Snickers/Miez, 2,5J. alt, Tochter von Lucy, lebt bei Mechthild (Annettes Schwester)

 

Zur Vorgeschichte: Alles fing vor gut zweieinhalb Jahren an. Junior, ein kleiner frecher Stubs, sollte sich nicht mehr langweilen und alleine fühlen, also kam eine zweite Katze zu Annette ins Haus. Eigentlich sollte es ein zweiter Kater werden, aber Lucy war im Kundenkreis einer lieben Freundin zugelaufen und suchte dringend ein Zuhause. Die Alternative wäre das Tierheim für sie  gewesen. Also willigte Annette ein. Lucy konnte kommen. Inga brachte Lucy, der Transporter ging auf, Lucy kam vorsichtig heraus, Junior sah sie - und es machte sichtbar: PLING!!!!!! Er war verliebt! Ihm fielen fast die Augen raus. Er wich ihr nicht mehr "vonne Fott", wie der Kölner sagen würde. Allerdings wollte sie zu dem Zeitpunkt von ihm nichts wissen. Da Lucy in den ersten Tagen ihres neuen Zuhauses irgendwie verdächtig "kugelig" aussah, gingen wir zur Tierärztin, die Annette gleich zur bevorstehenden Katzen-Großmutterschaft beglückwünschte. Lucy war also schwanger. Am 15.6.2008 erblickten drei wundersüße Kätzchen das Licht der Welt, von denen wir zunächst annahmen, es handelte sich um drei Jungs. Deshalb erhielten sie die Namen: Abraxas (weil schwarz), Dickie (weil fett und gefräßig) und Garfield (weil so gestreift).... Dann sagte uns "Tante Piks" (äh, so nennen wir unsere Tierärztin liebevoll), es seien drei Mädels... Tja, so wurde der "Abraxas" zu Abraxa, Dickie blieb (weil der Name geschlechtslos ist) und Garfield, tja, für sie fiel uns nix besseres ein, also blieb es dabei. Dann war es halt eine "Garfieldine". Sie wird eh vom neuen Frauchen "Miez" und von deren Tochter "Snickers" gerufen. Also, was soll's? Ich nahm dann die anderen beiden. Als die "Kinder" mit 3 Monaten aus dem Haus waren, blieben die Eltern, also Mama Lucy und "Stiefvater" Junior übrig. Da Lucy keine Kinder mehr hatte, um die sie sich kümmern musste, kümmerte sie sich umso mehr um Junior. Täglich musste er dran glauben und wurde von ihr gepiesackt. Hier eine Runde Jagen, dort eine Runde Raufen.... immer drauf auf den Zartbesaiteten. Zwei Jahre ertrug er das überschäumende Temperament seiner (im Vergleich zu ihm) stärkeren Frau. Dann wurde er depressiv. Er begann, sein Frust-Pipi in der ganzen Wohnung zu verteilen. Annette reinigte das Klo nicht mehr dreimal täglich, sondern mittlerweile nach jedem Toilettengang. Trotzdem machte Junior daneben oder sonst wo. Da kam der Tag, an dem Mechthild sich Lucy für ein paar Tage "auslieh" weil sie etwas weniger Zeit für Garfield hatte. Sie sollte sich nicht alleine fühlen und Gesellschaft von ihrer Mama bekommen. Kaum war Lucy aus dem Haus, blühte Junior wieder auf und wurde "redselig" und fröhlich. Pipi machte er auch nicht mehr. Zumindest nicht mehr dort, wo es nicht hingehörte. Da war uns klar: Lucy ist der Auslöser für seinen Frust. Er will sie loswerden. Wir besprachen uns intensiv und ich beschloss, Lucy zu mir zu nehmen. So lebten bei mir drei Katzen, die Mädels und ihre Mama. Die ersten beiden Wochen war Junior total happy, doch dann begann er Lucy zu vermissen. Er wollte immer öfter zu Besuch zu mir kommen (Annette und ich wohnen Tür an Tür) und wenn er da war, gab es ein Geschmuse und Gebalge mit seiner "Ex". Zum Schluss wurde er immer schlimmer. Da besprachen wir uns abermals und brachten Lucy wieder rüber zu Junior. Das ist die Vorgeschichte. Folge 1 setzt damit ein, dass Lucy wieder heimkehrt:

 

Folge 1: Lucys Rückkehr zu Junior

 

Es war ein schöner Tag wie jeder vorherige auch. Junior lief "quasselnd" durch Annettes Bude und kaute ihr ein Ohr ab. Annette hatte bereits tiefste schwarze Augenringe, weil er sie auch des Nachts zutextete. Er schlief eng angekuschelt bei ihr und sie durfte sich nicht einen Millimeter bewegen, schon fing Monsieur zu meckern an. An Schlaf war da nicht mehr zu denken. Immer öfter protestierte er und ließ durchblicken, dass er seine Lucy doch gerne wieder bei sich hätte. So war es endlich soweit. Wir brachten Lucy rüber. Junior strahlte, Lucy ging stolz erhobenen Schweifes wie selbstverständlich durch Annettes Bude, als ob sie sagen wollte: "So, bin wieder daheim." Ganz zärtlich knabberte er an ihr rum, schleckte sie von oben bis unten ab, aber Madame schmollte und ignorierte ihn. Katzen sind halt auch nur Menschen. Und mit Damen geht man nicht so um. Er hatte sich von ihr entliebt. Er wollte sie loswerden. Da kann man nicht einfach so tun, als ob nie was geschehen wäre. "Kämpfen sollst du um mich, mein Guter", schien sie zu denken. Und sie kostete es voll aus, wie er sich liebevoll vor ihr zum Horst machte. Schlapp-schlapp hier, knabber-am-Öhrchen da,, schmusi-am-Popo... schnurr, schnurr.... das volle Programm. Aber sie blieb hart. Ich sah mir das Spiel den ganzen langen Abend an, dann ging ich nachhause zu meinen beiden. Kaum öffnete ich die Türe, saß mein zweiteiliges Begrüßungskommando wie immer vor der Türe, ließ sich einmal zur Seite fallen (Abraxa tut das immer als Ausdruck ihrer höchsten Glückseligkeit: dann fällt sie wie in Zeitlupe zur Seite um, bumms, und wenn sie da liegt, räkelt sie sich behaglich auf dem Boden) und fing mit einem Male an zu toben, wie schon lange nicht mehr. Die drehten völlig durch. Über die Couch und über den Tisch, auf den Kratzbaum rauf und wieder runter... Galopp, Galopp.... Pferde trampeln leiser als die beiden in dem Moment.... Die waren überglücklich und schienen zu sagen: "Juhuu, wir haben unsere Mami wieder für uns, und unsere Bude und überhaupt alles... Lucy ist weg... toll....!" Also, es herrschte Freude auf allen Seiten. Dann ging ich nachts wie immer zur Zeitung. Als ich wiederkam, saßen wieder beide vor der Türe, nur dieses Mal ließen sich beide ..... bumms .... zur Seite plumpsen und räkelten sich voller Zufriedenheit. Das ist Katzenglück. Mal sehen, ob es Junior gelingt, Lucy wieder zu versöhnen.... 

 

Und Abblende: Fortsetzung folgt....

von Sigrun Hopfensperger
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